Dank diesen Erfahrungen zu mehr Fülle im Leben

Heutzutage spricht jeder davon, dass man Erfahrungen mitbringen soll. Hauptsächlich geht es dabei um Job-Situationen. Aber der Beruf ist ja bekanntlich nicht alles. 

Was für Erfahrungen braucht es also, um mehr Erfüllung im Leben zu verspüren?

Jeder Mensch hat in seinem Leben bereits eine Vielzahl an Erfahrungen gesammelt. 

Doch selbst wenn genau die gleiche Situation erlebt wurden, ist das Erfahrene aufgrund unserer individuellen Vergangenheit doch unterschiedlich. Selbst wenn eineiige Zwillinge diesen Moment gemeinsam erleben.

Die Landkarte unserer Erfahrungen

Du kannst es dir vorstellen, als würde jeder von uns eine Landkarte unserer Umwelt erstellen. 

Der eine malt diese nur mit Bleistift, weil es das ist was er gelernt hat. Die andere wiederum malt alle Aspekte einer Region farbgetreu aus. Wieder andere erstellen 3D Karten, um ihre Erfahrung zu repräsentieren. Währenddessen haben manche Angst vor den schwarzen, unbekannten Flecken die ihre bereits bekannte Kartenposition umgeben.

Selbst wenn wir die gleiche Welt betrachten, erleben wir sie doch alle anders. Jeder ganz auf seine Weise. 

Das ist unter anderem beeinflusst von den Prägungen aus unserer Vergangenheit und dem Wissen, welches wir dank dieser Vorerfahrungen gesammelt haben. 

Doch grade die besonderen Eigenschaften unseres Körpers spielen bei Erfahrungen eine entscheidende Rolle.

Die Rolle des Körpers

Etwas zu erfahren bedeutet eine Situation bewusst und damit körperlich zu erleben. 

Denn wenn wir nur in unserem Kopf und auf Autopilot unterwegs sind, weil wir wieder über etwas nachdenken, bedeutet es dass wir nicht besonders aufnahmefähig für die Eindrücke unserer Umwelt sind. 

Also selbst wenn wir unsere Landkarte für diese bestimmte Umgebung erweitern wollen würden, wird uns das nur schemenhaft gelingen, wenn unsere Aufmerksamkeit ganz woanders ist.

Doch auch andersherum wird ein Schuh draus: 

Es reicht nicht nur theoretisches Wissen zu sammeln, und z.B. über einen fremden Ort alle Reiseführer zu lesen. 

Erst wenn du ihn selbst erlebt und ihn damit aus der Theorie in deine körperliche Erfahrung gebracht hast, kann dieser Ort Teil deiner Landschafts-Karte werden.

Und erst dann können du und deine Intuition bewusst auf diese Vorerfahrungen zurückgreifen, um das gesammelte Wissen für neue Situationen zu nutzen.

Wie du merkst, körperliche Erfahrungen helfen uns die Welt ‚tiefer‘ zu (be)greifen.

"Wir glauben, Erfahrungen zu machen, aber die Erfahrungen machen uns".
- Eugène Ionesco

Und genau diese Art von Erfahrungen ist es auch, die wir Menschen brauchen, um die Welt zu verstehen.

Wenn wir etwas bewusst erfahren, dann liefert unser Körper die gesammelten Sinneseindrücke an unser Gehirn. Wo diese Infos schnell in unser bestehendes Verständnis-System integriert werden. Diese Erfahrungen werden dann für uns bedeutungsvoller.

Denke nochmal an das Beispiel von dem fernen Ort: ich bin mir sicher, dass die Erinnerungen die du vor Ort gesammelt hast für dich viel wichtiger sind, als das was du in dem Reiseführer gelesen hast, oder?

Indem du die Theorie durch körperliche Eindrücke in deine Erfahrung bringst wird sie bedeutsam.

Das kommt daher, weil unser Körper die erste und zuverlässigste Quelle ist, die uns hilft die Welt zu verstehen und ihr damit Bedeutung und Sinn zu verleihen.

Zum Beispiel wenn ein Baby in den Arm genommen wird, dann spürt es körperlich die Wärme und verbindet diese (mental) mit Liebe und Zuneigung.

Deshalb möchten wir uns in eine Decke einkuscheln, wenn wir traurig sind – denn das Gefühl von Wärme hat für uns eine Bedeutung von Liebe. 

Und die Bedeutung dieser Erfahrung weitet sich sogar noch aus! Studien haben gezeigt, dass wir unser Gegenüber als fürsorglicher und großzügiger einschätzen wenn wir nur ein warmes Getränk in Händen halten! [1]

Körperliche Erfahrungen sind also nicht nur etwas was wir sammeln können, sie helfen uns auch dabei unserer Welt Sinn zu verleihen. Dadurch beeinflussen sie auch, wie wir andere Dinge wahrnehmen (jeder dabei auf seine eigene Weise) und uns selbst verhalten.

Es lohnt sich also, so viele verschiedene Situationen körperlich zu erleben, wie nur möglich. Das heißt auch Erfahrungen wertzuschätzen, die vielleicht nicht immer nur angenehm sind, denn auch die negativeren Gefühle gehören zum Spektrum. (Die Hauptsache ist dass sie dir weder physisch noch psychisch schaden!)

Körperliche Erfahrungen

Dabei wird eine Erfahrung dann körperlich, sobald du möglichst viele deiner Körper-Sinne nutzt.

Natürlich ist das visuelle und auditive Erleben einer Doku auch eine Form der sinnlichen Wahrnehmung. 

Aber wenn du diese Eindrücke noch mit Geruch und dem Tastsinn weitere bereichern kannst, werden diese Erfahrungen noch körperlicher und damit noch wert- und sinnvoller.

Neugierde ist der Schlüssel zu neuen Erfahrungen

Und dafür musst du nicht erst weit weg reisen – auch unser Alltag bietet unglaublich viele Möglichkeiten! Neugierde ist hierbei der Schlüssel!

Nimm z.B. wahr

  • wie der Wind in den Bäumen spielt und auch dir über das Gesicht streicht
  • wie die Sonne dein Gesicht, und die Bank auf der du sitzt wärmt
  • wie es auf dem Markt am Gemüsestand riecht und wie sich die Kartoffeln in deiner Hand anfühlt


Beachte besonders auch die Erfahrungen in zwischenmenschlichen Situationen.

  • Den Geruch deines Partners
  • die Berührung deiner eigenen Hand auf deinem Arm
  • was das Lächeln eines anderen Menschen in dir auslöst


Unser Körper reagiert auf die verschiedensten Situationen mit ganz unterschiedlichen Gefühlen – und auch die lohnt es sich wahr zu nehmen, denn auch das sind körperliche Erfahrungen.

Dafür ist es besonders hilfreich achtsam und im Moment präsent zu sein, z.B. durch die Atemübungen die ich in meinem letzten Blogpost beschrieben habe.

Suche dir heute eine Situation, die du bewusster und körperlicher als sonst erleben möchtest – und mache sie zu einer wertvollen Erfahrung für dich.

Denn dank diesen körperlichen Erfahrungen, wird dein Leben an Fülle und Sinn gewinnen.

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